Die letzten beiden Tage hat es uns (Jan, Till, Alina, Esther und mich) zum Yosemite National Park verschlagen ^^ AWESOME! Ich fand es wirklich fantastisch dort 🙂 sehr schöne Gegend, Natur pur und viel zum Staunen. Aber ich fang lieber mal am Anfang an.
Montag morgen klingelte der Wecker bereits früh um 5:30, da wir uns zeitig auf den Weg zum Park machen wollten, sodass wir dort noch möglichst viel vom Tag nutzen könnten. Immerhin hatten wir ca. 200-250 Meilen vor uns. Treffen war dann um 8:15 bei der Autovermietung. Passenderweise für diese Tour bescherte die uns dann einen Jeep 😀 witzigerweise war da drin aber weniger Platz als in dem Auto, das wir für die LA/Las Vegas Tour hatten xD aber macht nichts, wir hatten schon irgendwie Platz da drin 😉
Der größte Teil der Fahrt war ziemlich unspektakulär, es ging halt mal wieder ewig lang durchs Nirgendwo und irgendwie wunderte ich mich nach ein paar Stunden als wir unserem Ziel allmählich näher kamen, wo denn da jetzt plötzlich solche Hohen Berge, die bis auf 3000m steigen können, auftauchen sollen, da nicht wirklich was in Sichtweite war… dachte ich. Irgendwie ging das dann doch ganz schnell und die Straße fing plötzlich nicht mehr schnurgerade zu verlaufen sondern sich verdächtig zu winden und zu steigen.
Wir beschlossen aber erst einmal unser gebuchtes Hotel zu suchen, einzuchecken um die Sachen abzuladen und dann weiter zum Park zu fahren. Schwer zu finden war das Hotel nicht, da es irgendwie nur eine wirklich nennenswerte Straße gab, die Richtung Yosemite führte und an der alle kleinen Ortschaften lagen. Dort angekommen fanden wir aber leider nur ein Schild vor „back at 3 pm“ – kurzer Blick auf die Uhr: mist… grad mal halb zwei… Da wir keine Zeit vergeuden wollten, beschlossen wir also doch erst zum Park weiter zu fahren und abends auf dem Rückweg einzuchecken. Auf ging’s.
Und weiter die schlangenartige Straße immer weiter hinauf in die Berge. Die Wälder wurden immer dichter und die Höhenmeter tickten auch stetig weiter. Und dann war es das erste mal soweit. Die Bäume wurden zu einer Seite hin etwas lichter und man hatte auf einmal einen wunderbaren Blick über die nahe gelegenen Berge, Täler und Wälder. Das war für uns Anlass genug direkt eine passende Gelegenheit zum Anhalten, Umsehen und Fotos schießen zu suchen. Von dort aus konnte man einfach meeeeeilenweit gucken, nichts als Natur und diese eine gewundene Straße sehen. Langsam machte es sich temperaturmäßig auch bemerkbar, dass wir nun um einiges höher waren. Vorher am Hotel hatten wir uns alle noch gewundert, dass es so warm war – um die 10-12°C in etwa – aber dort war das Thermometer spürbar gefallen, wodurch man auf vielen Hügeln und Bergkuppen auch einiges an Schnee erkennen konnte – später auch immer häufiger am Straßenrand und den angrenzenden Wäldern je höher wir kamen. Trotzdem nichts im Vergleich zu dem, womit wir gerechnet hatten – vorherige Wetterberichte hatten irgendwas von -4° bis +3°C behauptet – denn wir hatten auch weiter oben noch Temperaturen, die angenehm genug waren, um nicht die dicken Winterjacken hervorkramen zu müssen. Stattdessen waren wir die meiste Zeit bequem im Pulli unterwegs.

Ab dem ersten Aussichtspunkt ging es dann etwas stockend voran 😉 das lag aber größtenteils daran, dass wir immer wieder Stellen entdeckten an denen sich ein kurzer Stop absolut lohnte. Die Natur hier war einfach beeindruckend. Riesige schroffe und steile Felsen, die zwischen dichten unberührten Wäldern hervorragten und hier und da ein Wasserfall, der sich seinen Weg durch die Felsen bahnte. Diese Stop-and-Go-Tour setzten wir dann bis runter ins Yosemite Valley und dem dortigen Dorf fort, wo sich einige wenige Geschäfte, ein Infozentrum und ein Museum mit Infos zum Park befanden. Dank Winter-Saison war dort aber wie auch zuvor auf den Straßen nur wenig los, was einerseits sehr angenehm war, da kaum etwas dieses „Natur-pur-Gefühl“ störte, aber auch zur Folge hatte, dass es gar nicht so einfach machte etwas Essbares aufzutreiben. Wir bummelten also nur eine Weile durch die Gegend, sahen uns in den wenigen geöffneten Shops und dem Museum um und beschlossen dann allmählich den Rückweg anzutreten, da es nun doch langsam Abend wurde und uns allen der Magen knurrte.
An der Stelle muss ich mal sagen, dass Essy einen coolen Fahrstil für so eine Strecke hat 😀 oder sagen wir… mir gefiel er 😉 bei ihr war kein um die Kurven schleichen angesagt wie man es bei manch andren sah, sondern ein doch etwas flotteres Tempo (keine Angst, trotzdem nicht übertrieben – wir waren also alle sicher 😉 ). Da sich viele Kurven der Richtung passend neigten, bescherte das ein wirklich einmaliges Fahrgefühl (oder in meinem Fall ja leider nur „Mitfahrgefühl“ *lach*). Allerdings auch nichts für einen empfindlichen Magen ^^
Am Hotel angekommen versuchten wir dann erst einmal die immer noch nicht anwesenden Besitzer zu erreichten, was uns schließlich auch nach einigen Versuchen gelang. Witzigerweise schien die Dame nur einen Steinwurf vom Büro entfernt zu wohnen, wenn auch etwas höher gelegen, aber dennoch in Sichtweite. Warum das an der Stelle interessant ist? Nun, wir sahen kurz nach dem Telefonat jemanden aus einem Haus kommen und in ein Auto steigen. Selbiges Auto kam dann gemütlich nach unten zu uns gefahren und hielt vor dem Büro. Die Amis… dachten wir. Alles über ein paar Meter wird mit dem Auto gefahren. Naja, so ungewöhnlich wäre das hier tatsächlich nicht. In diesem Fall stellte sich dann zwar raus, dass die Gute etwas Schwierigkeiten beim Laufen hatte. Na gut, sei es in diesem Fall also noch mal entschuldigt *schmunzel* 😉
Das Hotel war auf jeden Fall eine gute Wahl. Die Dame war freundlich, erklärte uns alles, das Büro war eher eine Art Wohnzimmer oder Gemeinschaftsraum mit großen Fernseher, Sofas und sogar Kamin – alles sehr rustikal gehalten – leider hab ich vergessen ein Foto davon zu machen 😦 und die Zimmer waren großzügig und für den günstigen Preis auch gut ausgestattet, sauber und einfach passend (sogar mit kleinem Kamin ^^).
Auf dem Weg zum Hotel hatten wir passenderweise ein Steakhouse entdeckt und da uns allen wie erwähnt bereits der Magen knurrte – jetzt erst recht – warteten wir nicht lange, sondern machten uns auch direkt auf den Weg dorthin, was uns mal wieder einen sehr leckeren Abend bescherte ^^ Zurück im Hotel dann noch ein bisschen geplaudert, grob den nächsten Tag geplant und um halb elf kaputt ins Bett gefallen.
Der nächste Tag begann im Vergleich zum Vorherigen beinahe gemütlich um 7 Uhr und mit Frühstück vom Hotel. Zum Glück regnete es trotz dementsprechender Wettervorhersage bis dato noch nicht, weshalb wir alle sichtlich erleichtert waren, als wir einen Blick nach draußen riskierten. Nach dem Frühstück war uns einer der Hotelangestellten noch behilflich ein paar Infos zu unseren geplanten Aktivitäten heraus zu suchen. Ursprünglich hatte ich die Idee ggf. eine Horseback Riding Tour zu machen, da man anders als in Deutschland hier meist keine Reiterfahrung braucht um so etwas zu machen und so etwas bei dieser Kulisse sicher viel Spaß machen würde. Leider stellte sich heraus, dass sämtliche nahe gelegenen Ställe dank Winter-Saison geschlossen hatten, genau wie viele Passstraßen zu höher gelegenen Aussichtspunkten 😦 aber es gab ja zum Glück noch genug andere Aktivitäten, die sich anboten 😉
Wir bekamen den Tipp uns den Lewis Creek Trail anzusehen und da vielleicht eine kleine Wandertour zu unternehmen. Dieser lag zwar noch außerhalb des eigentlichen Parks, sollte aber angeblich dennoch sehenswert sein. Außerdem stand natürlich eine Besichtigung der berühmten Mammutbäume fest auf dem Plan. Dank des immer noch bestehenden Regenrisikos, das im Laufe des Tages weiter zunehmen sollte, beschlossen wir uns erst auf die kleine Wandertour zu begeben, da man die Mammutbäume im Zweifel auch mit Kapuze und Schirm besichtigen könnte. Bei Regen irgendwo mitten auf einer Route im Wald zu stehen klang daher weniger verlockend, also nicht viel Zeit verlieren und los ging’s.
Lewis Creek war schnell gefunden und so stellten wir das Auto ab und machten uns zu Fuß auf den Weg. Was zu Beginn tatsächlich noch ein relativ fester Wanderweg war, wurde je weiter wir kamen immer schmäler, steiniger, mal steil mal flach – ganz wie es die Natur dort eben zuließ. Das hatte dann zur Folge, dass uns allen trotz der heute doch etwas frischeren Temperaturen schnell wieder warum wurde. Bei der Kletterei über Stock und Stein aber auch kein Wunder. Hin und wieder verließen wir den Pfad auch, um etwas weiter in den Wald zu gehen oder an einen kleinen Fluss/Bach um Fotos zu schießen. Das führte dazu, dass wir ein gutes Stück ab des Weges liefen, oder vielleicht sollte ich besser sagen: kletterten. Hier ging es wirklich durchs Gebüsch, über Felsen, umgefallene Bäume und dergleichen bis wir schließlich irgendwann wieder auf dem Wanderweg ankamen. Erinnerte mich ein bisschen an Kindertage in denen ich auch gelegentlich solche Klettertouren kreuz und quer durch den Wald unternommen hatte und machte trotz Anstrengung auf jeden Fall Spaß ^^
Der Weg oder Pfad wand sich immer weiter in den Wald und auf und ab und an vielen schönen Plätzen vorbei. Allerdings auch verdächtig in immer eine ungefähre Richtung. Angeblich sollte man auf dieser Tour im Kreis laufen können, sodass man am Ende wieder beim Startpunkt herauskam, aber dem war leider nicht so. Stattdessen kamen wir irgendwann gefühlt am andren Ende des Waldes wieder raus und mussten uns erst einmal orientieren, wo wir denn jetzt gelandet waren. Blieb die Entscheidung: wieder die gleiche Strecke zurück durch den Wald oder an der Straße entlang? Wir entschieden uns für letzteres, um die Sache hoffentlich ein wenig abzukürzen. Trotz allem waren wir dann noch ein ganzes Weilchen unterwegs und viele verdutzte Blicke der vorbeikommenden Autofahrer später (dass hier zu Fuß jemand die Straße entlang läuft ist ja nun nicht unbedingt gewöhnlich) erreichten wir dann auch endlich wieder den Parkplatz.
Von da aus machten wir uns dann schließlich auf den Weg zu den berühmten „Giant Sequoias“ – den Mammutbäumen. Die waren auch schnell gefunden, da sie sich nur wenige Meilen vom Eingangstor des Parks entfernt befanden. Und die Dinger sind wirklich beeindruckend. Zwar sind sie nur unwesentlich höher als die umliegenden Bäume aber einfach mal ein Vielfaches dicker. Neben einigen Giganten kam man sich selbst nur wie eine kleine Maus vor.
Da
es aber bereits, kurz nachdem wir bei den Bäumen angekommen waren, leicht zu regnen begann, beschlossen wir nur eine kurze Route zu wählen und die näher gelegenen berühmteren Exemplare dieser Giganten zu besichtigen. Aber auch die waren definitiv beeindruckend genug. Der sogenannte „Giant Grizzly“ ist so hoch, dass er keine Krone besitzt, da er es nicht mehr schafft, das Wasser von den Wurzeln aus so weit nach oben zu transportieren. Dafür hat er aber zu allen Seiten gigantische Äste, deren Durchmesser teilweise über zwei Meter betragen und somit dicker sind als die meisten Stämme der umliegenden Bäume. In der Mitte konnte man deutlich die Spuren der regelmäßigen Waldbrände erkennen, die etwa alle 5-20 Jahre auftreten und da der Baum auf ca. 1800 Jahre geschätzt wird, hat er davon wohl schon „ein paar“ gesehen und trotzdem überlebt. Genau genommen brauchen diese Bäume die Brände sogar um zu so einer Größe heranwachsen zu können. Wenn ich das richtig verstanden hab, töten die Brände die umliegenden Bäume ab, schaffen somit Raum für die übrigen und versorgen sie mit Nährstoffen. Diese wachsen dann über hunderte Jahre hinweg zu solchen Giganten heran. Das ist auch der Grund, warum zwischen diesen Riesen immer wieder verkohlte Überreste der umliegenden Bäume standen und herumlagen.
In einen weiteren Baum hatte man vor ca. 125 Jahren einfach mal einen Tunnel geschlagen und dennoch lebt der Baum noch und wächst weiter. An den Fotos von diesem Tunnel bekommt man auch noch einmal einen Eindruck wie groß diese Dinger sind. Dabei muss ich dazu sagen, dass dieser keinesfalls das größte Exemplar war, im Gegenteil einige waren locker etwa doppelt so dick (wie beispielsweise der Giant Grizzly).
Nachdem der Regen allmählich zunahm, uns allen langsam die Füße weh taten und von der vielen Lauferei mal wieder die Mägen knurrten, beschlossen wir uns auf den Rückweg zu machen, etwas Essbares zu suchen und anschließend die Heimreise anzutreten. Gesagt getan. Alles weitere verlief dann wieder relativ unspektakulär von der achterbahnmäßigen Abfahrt aus dem Park hinaus und die Berge herunter, die wir Till zu verdanken hatten. Die hatte echt Stil 😉
So und nun werd ich mich gleich auf’s Ohr hauen, denn nach den beiden schönen, aber auch anstrengenden, Tagen bin ich definitiv ziemlich platt ^^ Morgen geht’s wieder zur Sprachschule, auch wenn meine Motivation sich nach diesen beiden Tagen dafür zugegebenermaßen etwas in Grenzen hält, aber nun sind’s ja nur noch drei Tage. Kaum zu fassen, dass die 6 Wochen nun doch schon so gut wie um sind. Endspurt würde ich mal sagen ^^
Foto-Reihe: http://www.flickr.com/photos/yukarichan87/sets/72157629581790325/
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